Im Folgenden ein Beitrag von unserem Freund Stefan Veda – dem Produzent der Doku ‚Ein neues Wir‘ – in welchem er nach vielen Erfahrungen mit verschiedenen Formen von Gemeinschaft erklärt, welche Form er warum für die Sinnvollste hält:

Seit ich meinen Film „Ein Neues Wir“ im Jahre 2010
veröffentlicht habe, ist viel passiert.
Ich hatte die Gelegenheit, rund um die Welt zu reisen, um viele weitere ökologisch orientierte Gemeinschaften, Siedlungen und Dörfer zu besuchen. Der Plan war: Das „ideale Ökodorf“ zu finden!
Auf dieser Suche nach dem idealen Ökodorf für mich und viele Menschen bin ich mittlerweile fündig
geworden. Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich habe meine Antwort gefunden! Bitte tief Luft holen und ruhig atmen.

Nach vielen Jahren des Erforschens und Erfahrens kann ich gesichert sagen: Die ideale Art des Ökodorfs bzw. einer Ökosiedlung ist ein Familienlandsitzdorf bzw. eine
Familienlandsitzsiedlung!

Was ist eine Familienlandsitzsiedlung?
„Eine Familienlandsitzsiedlung ist eine Siedlung, in der Überwiegend Familien auf ihrem jeweils eigenen
1 ha großen Land in wohlgesinnter Nachbarschaft
leben und ihren Lebensraum schrittweise und individuell vervollkommnen.“ (Definition: Stefan Veda)

Die Idee der Familienlandsitze und Siedlungen findet sich erstmals in der Anastasi­a-Buchreihe von Wladimir Megre wieder. Ab Band 4 wird detailliert dargestellt wie Familienlandsitze angelegt werden können und welche Bedeutung diese haben. Ein Familienlandsitz ist ein mindestens 1 Hektar (=100x100m) großes Stück Heimatland, das im Durchschnitt Platz für 5 Menschen
bietet. Hier lebt man als Familie oder Großfamilie. Jede Familie erschafft sich sozusagen ihren „Raum der
Liebe“. Es gibt helle und komfortable Häuser, Obst- und Gemüsegärten und Teiche mit sauberem Wasser. Umgeben ist der Landsitz idealerweise
von einem lebenden Zaun (Pflanzenhecke mit verschiedenen Sträuchern und Bäumen), der sowohl Sichtschutz, als auch Nahrungsquelle für Mensch und Tier darstellt. Weiters bietet er Unterschlupf für
Vögel und liefert Brennholz oder Dünger für den Garten.

Einzelne Familienlandsitze formen sich zu einer Siedlung bzw. Dorf, die/das bis zu 300 Familien umfassen
kann. Die durchschnittliche Siedlungsgröße liegt in Russland jedoch zwischen 30 und 100
Familien. Gemeinsam erschaffen die Menschen eine ideale Atmosphäre zum Leben, zur Entfaltung ihrer Kreativität und zum Aufziehen ihrer Kinder. Die meisten Siedlungen haben ein Gemeinschaftshaus für Gemeinschaftsaktivitäten
und eine Schule, wo Eltern sich zusammenschließen um die Kinder zu ‚unterrichten‘, Stichwort ‚Homeschooling‘.
Eine Familienlandsitzsiedlung ist jedoch keine Ökogemeinschaft.
Der Hauptunterschied zwischen einer Familienlandsitzsiedlung und gängigen Ökologisch orientierten
Gemeinschaften ist leicht zu erklären. Die
den meisten Menschen bekannten ökologisch oder spirituell motivierten Gemeinschaften (fälschlicherweise manchmal als ‚Ökodorf‘ bezeichnet, richtigerweise müsste
man sie jedoch ‚Ökogemeinschaft‘ nennen) richten ihren Fokus im Kern auf Gemeinschaft aus.
Land und Gebäude sind meist im gemeinschaftlichen Besitztum und werden kollektiv geleitet. Es wird zusammen gegessen,
abgestimmt und oft zusammen gearbeitet. Dass dies auch viele Nachteile mit sich bringt, durfte ich selbst bei meinem
Besuch von dutzenden Ökogemeinschaften dieser Welt immer wieder feststellen. In einer
Familienlandsitzsiedlung hingegen geht es nur sekundär um Gemeinschaft. Es geht primär
darum, auf seinem eigenen Land mit seiner Familie einen schönen Lebensraum zu gestalten, ein glückliches Leben zu führen und wieder ein vollkommener Mensch zu werden, der im Einklang mit der
Schöpfung lebt. Gemä? dem Motto: „Ich bin nicht perfekt, aber ich arbeite jeden Tag daran, zur besten Version meiner selbst zu werden“, perfektionieren die Bewohner ihre Lebensräume und damit
sich selbst. Dass sich dadurch auf natürlichem Wege durch gute Nachbarschaften auch gemeinschaftliche Kooperationen auftun
erscheint logisch. Dennoch liegt der Fokus nicht auf Gemeinschaft, sondern auf sich selbst und der eigenen
Familie
. Jede Familie wahrt ihren Landsitz und kann diesen an ihre Nachfahren hinterlassen, von Generation zu
Generation.

Ein schönes Beispiel für eine sich entfaltende Familienlandsitzsiedlung ist ‚Slavnoje‘. Über diese Siedlung gibt es zwei Filme.
Im August 2015 habe ich einige der mittlerweile Über 300 Familienlandsitzsiedlungen in Russland besucht und darüber auch auf Vorträgen berichtet. Es hat mein Leben verändert.


Trotz meiner gewonnenen Kenntnisse denke ich dennoch, dass der Film „Ein Neues
Wir
“ und das Gemeinschaftsverzeichnis „Eurotopia“ ihren Platz haben. Warum?
Die darin gezeigten bzw. beschriebenen Projekte sind zwar keine Familienlandsitz-Siedlungen, dennoch haben viele von
ihnen etwas, dass man sich als Inspiration für den eigenen Raum der Liebe, für den eigenen Familienlandsitz, mitnehmen
bzw. abschauen kann. Als Experimentierfelder haben diese Projekte ihren guten Sinn gehabt. Dafür gebührt ihnen
mein Dank und meine Anerkennung.
Jetzt jedoch ist die Zeit des globalen Wandels gekommen und es braucht ein Modell, das der Mehrheit der Menschen und der Mehrheit
aller Familien entsprechen kann.

Meiner Ansicht nach liegt in den Familienlandsitzen, sowie in den Familienlandsitzdörfern bzw. Siedlungen die
Zukunft.

Und diese wird wundervoll sein! Worauf warten wir also? Seid ihr mit dabei? 🙂

Geschrieben von
Stefan Wolf alias Stefan Veda

Originalveröffentlichung und mehr zum Thema auf
www.loveproductions.org