Feste muss man feiern, wie sie fallen und Phasen muss man leben, wie sie kommen (Wer das nicht versteht, dem empfehle ich die Innererde-Bücher von Chr. Laib-Jasinski). 😊

Gestern Abend „überfiel“ mich eine solche Phase: Nachdem ich unsere niederbrennenden Kerzen angeschaut hatte und dachte: „wenn man jeden Abend mehrere Stunden lang mehrere Kerzen an hat, dann verbraucht das ganz schön Material… und außerdem bleiben eine Menge Reste übrig… so viele Anzünder kann ich gar nicht machen…“ Daraufhin überlegte ich, was ich mit den Wachsresten sonst noch machen könnte – die naheliegende Idee: neue Kerzen! Ja, ich weiß, suuuper clever und innovativ. 😆

Aber nützlich allemal. 💪

Also ein wenig rumrecherchieren und dann die Phase mit in den neuen Tag nehmen.

Hat geklappt – hier eine kleine Anleitung, inklusive Dochtherstellung:

Als erstes musst du natürlich Kerzenreste in einem alten Topf oder Behälter im Wasserbad schmelzen. Ich muss zugeben, dass ich zu allererst nach ‚käuflichen‘ Dochten im Internet gesucht habe. Allerdings hätte ich auf diese womöglich länger warten müssen, als meine Phase angehalten hätte und außerdem ist Selbermachen immer schöner. Dochte selber machen ist auch ganz leicht und dass sie funktionieren, kann ich nun auch bestätigen. 😊 Du brauchst einfach einen reinen Baumwollfaden (Polyester usw. brennen wohl unschön und stinken), der aus vielen kleinen Fäden zusammengezwirnt ist. Er sollte nicht zu fest verzwirnt sein, denn dann können sich die einzelnen Fäden nicht ordentlich mit Wachs vollsaugen. Schneide die Fäden auf die gewünschte Dochtlänge zu und lasse sie sich in einem Gefäß mit flüssigem Wachs 5-10 Minuten vollsaugen. Die mit Wachs vollgesogenen Fäden trocknen lassen. Anschließend sind die Dochte recht steif und einsatzbereit.

Was hier aussieht wie Gekröse, sind Dochte in Spe

Als Gussform habe ich alte Joghurtbecher genutzt. Den Docht habe ich per Schaschlikspieß mehr oder weniger fixieren können, das nächste Mal werde ich jedoch einen Tipp aus dem Netz beherzigen und unten in die Bechermitte ein kleines Loch bohren, durch das ich den Docht hindurchfädle und per Knoten befestige.

Ich wollte die Kerzen bedurften und habe dafür jeweils einige Tropfen ätherisches Öl ins flüssige Wachs gegeben. Als ich die fertigen Kerzen aus der Form gelöst habe, habe ich jedoch bemerkt, dass sich das alles am Boden gesammelt zu haben scheint. Das äth. Öl sinkt augenscheinlich ab, man sollte also mit dem Einträufeln besser warten, bis das Wachs schon angezogen hat. Falls jemand andere Tipps hat – ich bin dankbar! 😊

Beim Abkühlen zieht sich das Wachs oben ein – das Loch ‚muss‘ man später nochmal auffüllen. Wer clever ist, macht das mit der gleichen Wachsfarbe, aus dem auch der Rest der Kerze ist. 😉 Dann den Docht noch auf die richtige Länge einkürzen – fertig.

Zum Ausformen habe ich die alten Joghurtbecher einfach aufgeschnitten. Wer seine Form nicht kaputt machen möchte, bekommt die erkalteten Kerzen wohl ganz gut heraus, wenn die Form entweder einige Zeit ins Tiefkühlfach oder kurz in heißes Wasser getaucht wird.

Eine größere Variante mit drei Dochten
(…Warum auch immer – das Blogprogramm fügt wieder mal nur Bilder im Querformat ein… *grummel*….)

Das Ergebnis meiner Phase gefällt mir zwar ganz gut, aber ich muss zugeben – wahre Schönheiten sind meine 1. Kerzen dieser Art nicht, aber da wir sie tatsächlich in erster Linie zum Licht geben nutzen, ist die Optik erstmal zweitrangig.

Erster Brenntest – funktioniert! 💪😊👌