Ihr erinnert euch, dass wir nach längerer Hühnerpause vor einiger Zeit dieses hübsche Paar hier übernommen haben? Herr und Frau Zwerghuhn sind sehr eigen und haben sich bei uns einen Balken auf der Terrasse zum Schlafen ausgesucht – was zum einen eine gute Idee ist, weil sie dort ganz sicher Fuchsgeschützt sind, zum anderen war das für uns nicht so prickelnd, weil aus so einem Huhn hinten ja einiges rauskommt, das dann alles auf der Veranda gelandet ist. o musste ich mir etwas überlegen, wie ich die Herrschaften sicher und artgerecht unterbringen kann.

„Artgerecht“ wäre für mich tatsächlich das, was die Zwei bisher leben durften, nämlich freies Herumlaufen und sich Entfalten dürfen, aber das war eben für UNS als Menschen nicht mehr artgerecht und auch für die Hunde auf der Veranda war das nicht schön. Also wurde recherchiert und folgendes für gut befunden: Ein Chickentraktor! Ein mobiler Hühnerstall mit Rädern, den man auf der Wiese immer ein Stück weiter fahren kann, sodass das Federvieh stets frisches Grün picken kann. Die Zwerghühner sind sehr flugfreudig, so ist eine Variante mit dem Nest und den Sitzstangen „Im Dach“ ideal für sie und sie brauchen auch keine Leiter zum raufkommen.

Also los geht‘ s:

Also fingen wir an, die Konstruktion zu bauen, erstmal das Grundgerüst aus Dachlatten…
…und dann verstärkten wir den Rahmen untenrum noch mit Akazienstämmen 👉 so ist die Gesamtkonstruktion stabiler und das Akazienholz ist auch witterungsbeständiger, als das Dachlattenholz – hier hat der Chickentraktor ja immer Bodenkontakt! Es ist wichtig, das Holz gut zu ölen, um es vor der Nässe zu schützen. Zur Stabilisierung zogen wir auch noch ein paar Streben ein und dann ging es ans Draht antackern. Hier habe ich mich für eine recht kleinmaschige, stabile Variante entschieden, weil wir schonmal den Fall hatten, dass ein Marder tatsächlich den klassischen Kaninchendraht eines früheren Geheges durchgebissen hat! Unten haben wir den Draht etwas überstehen lassen, damit es dem Fuchs schwergemacht wird, sich untendrunter durchzubuddeln – auch diesen Fall hatten wir schonmal.
Als nächstes sägten wir Holzplatten zu und lackierten sie, mit denen wir den oberen Bereich verkleideten. Als Sitzstangen habe ich zwei Bambusstangen angeschraubt.
Oben beim Nest gibt es eine Klappe, worüber ich ausmisten und Eier entnehmen kann, im unteren Bereich gibt es eine Tür, durch die man die Hühner mit Futter etc. versorgen kann und über die sie dann auch den Chickentraktor verlassen können, sobald sie sich an ihn gewöhnt haben. Den Giebel haben wir noch mit einer wasserdichten Folie abgedeckt, damit es den zwei Süßen bei Regen nicht auf den Kopf tropft.
Da es zur Zeit recht kalt ist, habe ich der Hühner-Lady ein „doppeltes“ Nest gebaut, damit sie sich schön einkuscheln kann. Tatsächlich hatte sie vor Einzug in den Chickentraktor schon Brut-Ambitionen und saß seit ein paar Tagen im alten Entennest. 🙈 Eine klasse Idee Mitte Januar bei -5 Grad! 😝 Durch den Umzug hat sie die Lust am Brüten nun aber erstmal wieder verloren, worüber ich ganz froh bin.
Hinten gibt es zwei Griffe, mit denen man den Chickentraktor später bewegen kann, die Räder fehlen noch, die werden wir später montieren. Es war mir erstmal wichtig, dass die (wie gesagt jetzt ja glücklicherweise nicht mehr) brutambitionierte Glucke geschützt sitzen kann – im Entennest saß sie offen auf der Erde und wäre gefundenes Fressen gewesen. Nun haben die Zwei schon ihre erste Nacht im Traktor verbracht und bisher fühlen sie sich ganz wohl. ❤️
Noch ein paar Tipps: Es ist wichtig, dass der Nestbereich gut zu säubern ist, also dass man überall gut rankommt, die Flächen gut abwischen kann und es keine unzugänglichen Ritzen gibt – hier nistet sich sonst gern die rote Hühnermilbe ein und saugt dein Federvieh aus! Dahingehend kann man vorbeugend auch getrocknete Walnussblätter mit in die Einstreu geben, das mögen die Milben auch nicht, Kieselgur verteilen hilft auch und ganz wichtig ist auch ein Sandbad, in dem die Hühner sich von Ungeziefer selbst befreien können.